Das Kerning und die Browser

Kategorie: Typografie – am 13. Oktober 2007

Original-Kerning verschiedener Browser und optimiertes Kerning

Das Kerning von Schriften scheint in Browsern immer noch ein Problem zu sein. Mir ist es anhand der Typomarke meiner Webseite aufgefallen – Die unterschiedlichen Darstellungen in den verschiedenen Browsern machen es deutlich. Die Georgia ist eine wunderbare Serifenschrift aus dem „TrueType core fonts for the Web (discontinued)“-Paket von Microsoft (an dieser Stelle möchte ich den Artikel „HTML-Schriften unter der Lupe“ von Gerrit van Aaken empfehlen).

Kurz nachdem ich meine Webseite zum ersten Mal im Mozilla Firefox 2.0 unter Apple Mac OS X betrachtete, fiel mir auf, dass das Kerning der Typomarke suboptimal ist. Da mir das unter Microsoft Windows nie aufgefallen war, habe ich mir das Ergebnis des Renderings dort im Firefox 2.0 und in verschiedenen Internet Explorer-Versionen angesehen. In der Abbildung sind die Ergebnisse zu sehen – erstaunlich unterschiedlich!

Jenseit der Unterschiede im Kerning fällt zusätzlich auf, dass …

  • die Schriftenglättung unter Mac OS X (Quartz) generell andere Ergebnisse liefert, als die Glättung unter Microsoft Windows (ClearType)
  • die Schrift im Apple Safari und Internet Explorer enger läuft, als in den Firefox-Versionen

Die im Kerning auffälligen Zeichenpaare, in meinem Schriftzug zwei an der Zahl, sind:

  • „tz“
  • „sc“

Diese Zeichenpaare fallen – jenseits der anderen, bei deren Kerning es auch Verbesserungsbedarf gäbe – dadurch auf, dass sie in Kombination problematischer sind, als beispielsweise „it“. „t“ und „z“ stoßen an zwei Stellen fast zusammen, „s“ und „c“ laufen in der Mitte ihres Zwischenraums aufeinander zu. Hier müsste etwas Abstand zugegeben werden … bzw. die Schrift sollte diese Information an den Browser geben. Setzt man den entsprechenden Schriftzug im Adobe Photohop, so ist er zwar vom Kerning her wesentlich besser, allerdings immer noch nicht optimal.

Bei der Betrachtung von „tz“ fällt in allen Browsern auf, dass die Buchstaben zu nah beieinander zu stehen scheinen, bei „sc“ verhält es sich ähnlich, allerdings nicht ganz so extrem. Von allen Browsern erledigt der Safari unter Mac OS X seine Aufgabe am besten, im Internet Explorer wirkt der Schriftzug nicht ganz so unausgeglichen, da die Schriftglättung ClearType von Microsoft die Buchstaben weniger fett werden lässt, als es unter Mac OS X der Fall ist.

Nur die manuell optimierte Variante (in der Abbildung unten), die auch andere weniger auffällige Zeichenpaare berücksichtigt, wie beispielsweise „he“ (denen zuviel Abstand zugestanden wird), kann ein vollkommen ausgeglichenes Schriftbild bieten.

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