Stellen Sie sich vor, Sie betreten eine Metzgerei. Sie treten an die Warenauslage, in Höhe der belegten Brötchen, und lächeln die Wurstfachverkäuferin an. Stellen Sie sich weiter vor, Sie wären auf dem Weg zur Arbeit, würden einen edlen Anzug und eine Aktentasche aus feinem Nappaleder tragen. Und nun der Dialog:
Dieser Dialog erscheint haarsträubend absurd. Ähnlich absurd erscheint es mir jedoch, wenn ein Designer nicht nur seine Leistung abrechnet, sondern in die Preisgestaltung etwas einfließt, wie z.B. ob der Kunde es sich leisten kann und bei welchen Agenturen er bisher angefragt hat (ergo: wieviel Geld er bereit ist, auszugeben). Bei großen Kunden wie global operierenden Konzernen oder Gruppen verstehe ich uneingeschränkt, dass es ein Unterschied ist, ob ich ein Logo oder eine Gestaltung national oder international verwende. Ähnlich absurd scheint mir das Preismodell der großen Bildagenturen wie Corbis oder gettyimages. Hier erhält der Fotograf letzendlich einen Bruchteil der durch die Bildagentur verlangten Lizenzgebühren, deren Höhe jedoch nicht selten durch Parameter wie Dauer und Häufigkeit der geplanten Verwendung, Medium, Zielgruppe, Region und Auflösung bestimmt wird.
Kai Lange, der Redakteur, der verantwortlich zeichnete für den Artikel, dessen Teaserbild ich im Manager Magazin Online beanstandet hatte, hat mittlerweile auf meinen Beitrag reagiert und ich darf mit seiner freundlichen Genehmigung zitieren:
Sie haben mit Ihrer Kritik völlig recht. Auf die lahme Ausrede, ich hätte das Bild nicht ausgesucht, will ich mich gar nicht zurückziehen – die Bildauswahl, gleich ob von einem schreibenden Redakteur oder von einem Bildredakteur, war in diesem Zusammenhang wirklich saublöd. Ich habe das Bild entfernt und werde künftig vor dem Liveschalten nochmal gegenchecken. Danke für ihre Anregung.
Vielen Dank für die freundliche Nachricht und natürlich auch für den offenen und souveränen Umgang mit Kritik – hiervon könnten sich einige Medienschaffende (zu denen ich auch die Blogosphäre zähle) in Deutschland eine oder mehrere Scheiben abschneiden.

Gerade eben im Manager Magazin Online gefunden: das Teaser-Bild zum Artikel „Gesetzentwurf: Deutschland kann auch anders“. Inhaltlich geht es im Artikel um die Reaktion der Bundesregierung auf Übernahmen deutscher Firmen durch ausländische Investoren. Wörtlich ist im Teaser zu lesen: „Die Bundesregierung will deutsche Unternehmen besser vor ausländischen Übernahmen schützen.“ – muss dazu wirklich ein schwarzer Boxer herhalten, der von einem weiß-roten Boxhandschuh mitten auf die Nase getroffen wird? Die weiß-rote Zeit ist in Deutschland ja seit etwas über 62 Jahren vorbei. Kann die Bildauswahl ein Versehen sein? Ich will es hoffen …
3. September 2008: Findability: Semantic Web