toca me design conference 08

Kategorie: Design, Veranstaltungen – am 23. Februar 2008

Traurig, weil ich nicht auf dem BarCampHannover weilen kann, welches zeitgleich zur toca me stattfindet, und ich an all die Leute denken muss, die ich gern wiedergesehen hätte, sitze ich im „Speisesaal“ der toca me, der Lounge. Erstaunlich viele Leute haben sich eingefunden. Viele davon, typisch für Designer, mit Kuriertaschen, oft von Crumpler, viele Hornbrillen – sogar bei Frauen! Übrigens: für jemanden wie mich, der BarCamps gewohnt ist, ist ein Verhältnis von Frauen zu Männern von 50:50 durchaus bemerkenswert.

Das spontane Gespräch mit bis dahin unbekannten Menschen scheint eher verpönt – das vermisse ich schon ein wenig. Hier trifft man sich in Gruppen, die sich nicht selten Agentur bezogen zusammenfinden, kommt oft sogar schon gemeinsam an und kümmert sich eher weniger um andere Teilnehmer.

Der Opener der toca me stammt von Dvein, einem jungen Unternehmen von drei Animation Artists aus Barcelona. Es ist laut, schnell, dirty und beeindruckend. Gezeigt werden Materialtransfomationen, erst ohne Bezug, schließlich viel konkreter. Die Initialen der Referenten werden geschmolzen und aus diesem zerstörten Zustand wieder aufgebaut, Flüssigkeiten trennen sich, alles getaucht in Weiß, Blau, Purpur und Rot.

Die Referenten sind ausnahmslos Spitzenleute. Bisher sah ich die Vorträge von Dvein, Erik Natzke und Rufus Deuchler und Mario Klingemann. Untermalt werden die eher oberflächlichen Präsentationen ausnahmslos von Drum ‘n’ Base-Klängen, die oft minutenlange, in Flash geskriptete, aber doch sehr beeindruckende Animationsorgien untermalen. Mich erstaunt, was alles möglich ist.

Einzig Rufus Deuchler löste sich aus der Animationswut und versuchte einen Rundumschlag durch die Design Premium Suite des Hauptsponsors Adobe, der im übrigen die übrigen Räume der toca me dominiert. Er zeigte neben dem beeindrucken Photoshop CS3 Extended Feature „Photomerge“ die Möglichkeit, in InDesign ein Video oder eine Animation einzubinden. Die Umsetzung dieses Features ist noch unsauber, zu viele Dialoge sind notwendig und zu viel muss eingestellt werden – die Standardeinstellungen z.B. sind eher unvernünftig, so möchte man Buttons und Animationen in einem exportierten PDF zwar angezeigt, aber nicht ausgedruckt wissen.

Mario Klingemann, ein Münchner mit amerikanischem Englisch, mit einem kleinen Studio, in dem er Artefakte seiner frühen Auseinandersetzung mit Rechnern und Pixeln sammelt, zeigt experimentelle, völlig unsinnige, aber durchaus unterhaltsame Projekt – abermals ausschließlich in Flash. Aviary, ein Projekt aus Flash basierten Kreativ-Tools, enthält ein Tool, das von Mario Klingemann entwickelt wurde: den Pattern Maker (Peacock). Hier ist mir ein sehr innovativer Teil des UI aufgefallen. Um einer Arbeitsfläche eine Vorlage hinzuzufügen, zieht man diese Vorlage aus der Sidebar neben die Arbeitsfläche und verbindet sie mittels eines Konnektors. Um nun einen Filter, Effekt oder eine andere Aktion mit der Vorlage zu kombinieren, wird die Vorlage einfach durch den Filter auf die Arbeitsfläche geschickt. In der Bedienung zieht man einfach die gewünschte Aktion aus der Sidebar und positioniert sie auf dem Konnektor zwischen Vorlage und Arbeitsfläche. Sehr intuitiv und elegant. Interessant ist auch Stake – hier kann man verhasste Produkte verbrennen, als Beispiel diente hier in München das Album von Paris Hilton – auch „The Best of David Hasselhoff“ ist im Angebot.

Dass die Konferenz für Entwickler nicht geeignet wäre, war mir schon vor Beginn klar. Dass allerdings ausschließlich Grenzwertiges aus der Grauzone zwischen Design und Kunst gezeigt werden würde, stellt mich nicht zufrieden. Ich hätte mir mehr Interaction Design gewünschr, weniger reines konsumierbares Design. Vieles dient eher der Verwirklichung des Schöpfers, als der Befriedigung der Bedürfnisse der Zuschauer oder Benutzer zu dienen. Ich bin sehr gespannt, was der zweite und dritte Teil der Konferenz bieten.

Update: Nicht viel mehr.

Verwechslung

Kategorie: Design, Fundstücke – am 06. Dezember 2007

Vergleich zweier Piktogramme aus einem Deloitte-Banner und dem Google Mail-Logo

Neulich bei SPIEGEL Online: eine Anzeige von Deloitte, einem global vertretenen Finanzdienstleister, die mich an irgendwas erinnerte. Ich habe lange gerätselt, wieso mir diese Formen und Farben so bekannt erschienen – nun weiß ich es: ich kannte sie von Google Mail! Die Form des Umschlags mit dem stilisierten „M“ ist unverkennbar … irgendwie merkwürdig, die visuelle Nähe beider Piktogramme. Sogar die Farbe der Umschlagkonturen wurde angepasst (#0a3681) und entspricht nicht der Hausfarbe von Deloitte (#000066) – ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

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