Wir machen keine Seiten für Suchmaschinen. Wir machen auch keine Seiten für Browser. Wir machen Seiten für Menschen.
Früher haben wir Webseiten produziert, die „Für Internet Explorer 4 und Netscape 6 optimiert“ waren, die Auflösungen von 800 x 600 Pixel unterstützten. Heute produzieren wir Webseiten, die elastisch sind, sich dynamisch auf den Browser einstellen, der sie darzustellen versucht. Wir gehen alle nur denkbaren Wege, um die User Experience (UX) zu erhöhen und die Informationen so zu strukturieren, dass sie leicht und komfortabel aufgenommen werden können. Wir versuchen, nahezu jede Zielgruppe zu bedienen: von Kindern über alte Menschen, von hoch intelligenten Menschen bis zu Menschen mit Lernbehinderung, von Menschen mit motorischen Behinderungen bis zu blinden oder tauben Menschen. Dabei stellen wir uns bereitwillig darauf ein, mit welchen Hilfsmitteln sie dabei die Webseiten bedienen und wahrnehmen. Dabei hat man es mit speziellen Eingabegeräten für Querschnittsgelähmte zu tun, mit Screenreadern, mit Trackpads, Mäusen und Tastaturen – ganz zu schweigen von Mobilen Endgeräten. Auf alles stellen wir uns ein, obwohl die betroffene Gruppe oft nur wenige Prozent oder gar Promille der Webseitenbesucher ausmacht.
Und jetzt beginnen wir mit einem Feldzug gegen einen Browser, den wir nicht mögen. Zugegeben, wir mögen ihn wirklich nicht. Er ist unästhetisch, langsam und kann mit Standards wenig anfangen. Er kostet uns Nerven und Schweiß, Blut und Tränen, und zuweilen auch eine Menge Zeit. Aber er ist – und das ist schlicht nicht weg zu diskutieren – nach wie vor stark in den Statistiken vertreten. Wir können ihn nicht ignorieren, so gern wir würden. Es ist unprofessionell, ihn auszuschließen, denn wir denunzieren damit seine Benutzer. Wir müssen uns nicht freiwillig verpflichten, jeden Darstellungsfehler zu beheben, aber diesem Browser den Zugang zu Inhalten zu verweigern, ist kontraproduktiv.
Geben wir uns einen Ruck. So schlimm ist es nicht.
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3. September 2008: Findability: Semantic Web
Genau.
Inhalte sollten unabhängig von dem verwendeten UA abrufbar sein. Wir predigen an jeder Stelle für Zugänglichkeit für Screenreader, Textbrowser und jede andere Art von Client, wollen dann aber eine signifikante Nutzergruppe aussperren?
Comment von Tobias Otte — am 16. Oktober 2008 um 14:52
Also, den IE6 ganz auszuschließen, ist ja lediglich die übertriebene Maßnahme, die ich auf meiner eigenen Webseite anwende. Dort nehme ich es bewusst in Kauf, Nutzer auszuschließen und im Zweifel sogar zu verärgern.
Ich finde es aber durchaus legitim, dem IE6 entweder keine Style-Sheets zu geben - bei pisto-magazin.de ist der Inhalt so übersichtlich, dass die Seite auch ohne Design navigierbar ist - oder ihm einen zusätzlichen Hinweis mitzugeben, so dass der Besucher evtl. tatsächlich seinen Browser wechselt.
Und gegen einen zusätzlichen, dezenten Hinweis zum Wechsel kann nun wirklich niemand etwas haben. Muss ja nicht jeder gleich meine radikalen Maßnahmen übernehmen.
Comment von Nicolai Schwarz — am 16. Oktober 2008 um 18:59